Innovation in KMU

Um die Beteiligung von innovationsstarken kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an Horizont 2020 zu erhöhen, wird ein spezifisches KMU-Instrument eingeführt. Dieses setzt bei der marktnahen Forschung und Demonstration an, hat aber auch die Phase der Vermarktung von Innovationen im Blick.

In Horizont 2020 sollen 20 % des Budgets aus den Bereichen "Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien" und "Gesellschaftliche Herausforderungen" an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gehen. 13 % sollen über die klassische Verbundforschung (z. B. Eurostars) gefördert werden und richten sich speziell an forschungsintensive KMU in allen Sektoren, die erkennbar die Fähigkeit haben, die Projektergebnisse kommerziell zu nutzen. Die restlichen 7 % sind für das das KMU-Instrument vorgesehen, welches eine Einzelförderung errmöglicht. Weitere Fördergelder werden für KMU in den Bereichen Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen, Künftige und neu entstehende Technologien und Zugang zur Risikofinanzierung vergeben.

Generell ist eine verstärkte Zusammenarbeit des Netzwerks der Nationalen Kontaktstellen (NKS) mit dem Enterprise Europe Network (EEN) vorgesehen, um den Übergang zum Rahmenprogramm für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und KMU (COSME)  sicherzustellen.

Das KMU-Instrument

Das neue KMU-Instrument richtet sich an alle Arten von KMU mit einem hohen Innovations- und Wachstumspotenzial. Es handelt sich dabei um ein Querschnittsinstrument, da es sowohl innerhalb der Bereiche "Grundlegende und industriellen Technologien (LEIT)" als auch "Gesellschaftliche Herausforderungen" gilt. Innerhalb dieser beiden Bereiche können mit dem KMU-Instrument Projekte nach dem Bottom-up-Prinzip gefördert werden. Dies geschieht in einem einzigen zentralisierten Verwaltungssystem mit gleichen Ausschreibungskriterien. Projektskizzen sollen kontinuierlich eingereicht werden können.

Das KMU-Instrument orientiert sich an dem amerikanischen SBIR-Konzept (Small Business Innovation Research). Dieses Konzept leistet einen Beitrag dazu, dass Forschungsergebnisse in Form von neuartigen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen verwertet werden können.  Das KMU-Instrument ist in drei Phasen gegliedert, in denen Forschungsergebnisse umfassend von der Erstellung einer Machbarkeitsstudie über Demonstration und die Prototypenentwicklung bis zur Vermarktung des Produkts gefördert werden. In Phase 3 (Kommerzialisierung) erhalten KMU einen erleichterten Zugang zu Finanzinstrumenten (Kredite, Bürgschaften, Risikokapital), aber keine direkte Förderung aus Horizont 2020.

Die Projekte werden nach jeder Phase evaluiert und nur die erfolgversprechendsten Ansätze werden weitergefördert. Dabei müssen nicht alle drei Phasen durchlaufen werden. So ist z. B. eine Bewerbung in Phase 2 möglich, wenn nachgewiesen wird, dass sie die gleichen Kriterien wie die in Phase 1 geförderten Projekte erfüllt. Das Instrument hat dadurch einen hohen Wettbewerbscharakter und ist insbesondere am Kriterium der Anwendbarkeit der Ergebnisse (Impact) orientiert. Die unter dem Einzelziel "Innovation in kleinen und mittleren Unternehmen" (KMU-Instrument) angegebenen Maßnahmen richten sich ausschließlich an innovative KMU, die entweder im Verbund arbeiten oder eine Einzelförderung anstreben.