Open Access

Forschung baut auf vorhandenem Wissen auf und beruht auf den Möglichkeiten, darauf zuzugreifen und dieses zu teilen. Der unbeschränkte und kostenlose Zugang zu wissenschaftlichen Informationen, kurz Open Access, ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Projekte in Horizont 2020.

Open Access bedeutet unbeschränkter und kostenloser Online-Zugang zu wissenschaftlichen Informationen. Solche können:

  1. wissenschaftliche Publikationen (peer-reviewed) oder
  2. Forschungsdaten

umfassen.

Für alle wissenschaftlichen Publikationen, die aus Projekten in Horizont 2020 entstehen, ist Open Access verpflichtend (Artikel 29.2 des Musterzuwendungsvertrages). Für Forschungsdaten gibt es einen flexiblen Piloten "Open Research Data Pilot" (ORD Pilot). Dieser soll den Zugang und die erneute Nutzung von Forschungsdaten verbessern (Artikel 29.3 des Musterzuwendungsvertrages).

Open Access zu Wissenschaftspublikationen umfasst das Recht des freien Lesens, Herunterladens und Druckens von Forschungspublikationen über ein Repositorium.

Auf dem "grünen Weg", sollte parallel zu oder kurz nach der Veröffentlichung des Artikels in einer "herkömmlichen" Zeitschrift die Publikation oder das akzeptierte Manuskript in einem frei zugänglichen Repositorium bereitgestellt werden. Bei Embargofristen der Verlage muss dies spätestens nach sechs Monaten, bei Publikationen in den Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften spätestens nach zwölf Monaten erfolgen.

Auf dem "goldenen Weg" erfolgt die Veröffentlichung direkt über ein Open-Access-Journal. Hier muss der umfassende Zugang über die parallele Ablage in einem Repositorium spätestens zum Zeitpunkt der Publikation sichergestellt werden. Da den Autoren bzw. Einrichtungen über den "goldenen Weg" üblicherweise Kosten entstehen (Article Processing Charges - APCs), können diese bis zum Ende des Projekts erstattet werden. Nach Ende des Projekts können diese Kosten auf Antrag über das Projekt OpenAIRE erstattet werden.

Das Open-Access-Mandat für Forschungspublikationen in Horizont 2020 umfasst somit zwei Stufen:

  1. Das Hinterlegen einer computerlesbaren Veröffentlichung in einem Repositorium.
  2. Die Ermöglichung des freien Zugangs hierzu.

Welches Repositorium bzw. Online-Archiv genutzt wird, institutionell, themenspezifisch oder zentralisiert, bleibt dem Projekt überlassen. Die Open-Access-Infrastruktur OpenAIRE verlinkt auf vorhandene Repositorien. OpenAIRE verweist auch auf andere Register für Repositorien wie ROAR oder Verzeichnisse wie OpenDOAR.

Die einzelnen Schritte werden im Horizont 2020 Grants Manual dargestellt. Die Verpflichtung zur Open-Access-Publikation bedeutet nicht den Zwang zur Veröffentlichung von Projektergebnissen. Die Projektpartner können sich auch für die Verwertung, zum Beispiel Patentierung, von Resultaten entscheiden. Wenn aber publiziert werden soll, dann muss dies mit Open Access erfolgen.

Open Access zu Forschungsdaten beinhaltet das Recht zum freien Zugang und zur Wiederverwendung von digitalen Forschungsdaten, unter den im Grant Agreement festgelegten Bedingungen. Welche Maßnahmen vom Piloten umfasst sind, wird im jeweils laufenden Arbeitsprogramm festgelegt und im Leitfaden für Open Access erläutert. Das Arbeitsprogramm 2017 sieht für alle Aufrufe eine Verpflichtung zu Open Data vor. Eine Nichtteilnahme an Open Data kann ein Konsortium aus verschiedenen Gründen jederzeit erklären (die sogenannte opt out -Möglichkeit). Darüber hinaus können sich Projekte, die bislang nicht vom Piloten erfasst sind, freiwillig (opt-in) für eine Teilnahme an Open Data entscheiden.

Projekte, die an dem Piloten teilnehmen, müssen einen Data Management Plan (DMP) entwickeln, in dem sie festlegen, welche Daten im Projekt generiert werden, ob und wie sie verwertet werden sollen oder ob und wie der offene Zugang und die Wiederverwertung der Daten langfristig gewährt werden kann.

Kosten die im Zusammenhang mit der Erstellung und Umsetzung des Data Management Plans entstehen, sind im Projekt erstattungsfähig.