Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft

Das Einzelziel Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft verfolgt das Ziel, eine effektive Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Gesellschaft aufzubauen. Neue Talente sollen für die Wissenschaft als mögliches Berufsfeld angesprochen werden und wissenschaftliche Exzellenz soll stärker mit sozialer Verantwortung verknüpft werden.

Exzellente und innovative Wissenschaft benötigt die Gesellschaft

Ein starkes europäisches Wissenschafts- und Forschungssystem ist darauf angewiesen, Talente und Ideen aufzuspüren und für sich zu nutzen. Das Einzelziel Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft berücksichtigt bei seinen Maßnahmen Aspekte, die schnell aus dem Blick geraten. So sollen beispielsweise junge Menschen ihr Interesse an der Wissenschaft entdecken und Wissenschaftlerinnen unter besseren Bedingungen ihre Potenziale entfalten können. Außerdem können Produkte, Dienstleistungen etc. nur exzellent und relevant sein, wenn Bedürfnisse und Werte von Bürgern und Bürgerinnen von Beginn an in die Forschung eingebunden werden. Auswirkungen und Folgen von Forschung sollen abgewägt werden, einem ethischen Rahmen entsprechen und im Hinblick auf die Gesellschaft verantwortungsvoll sein. Die Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung sollen zugänglich sein, damit neue Forschung optimal darauf aufbauen kann und exzellente Forschende sollen damit vertraut gemacht werden, wie sie ihre Forschung allgemeinverständlich der Öffentlichkeit vermitteln können.

Die Förderaktivitäten von Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft sind im Einzelnen:

  • Junge Menschen und Wissenschaft: Karrieren in Wissenschaft und Forschung sollen für junge Menschen attraktiver gemacht werden. Angestrebt wird ein stärkerer Austausch zwischen Schulen, Forschungseinrichtungen und Organisationen der Zivilgesellschaft.
  • Geschlechtergleichstellung: Geschlechtergleichstellung soll insbesondere durch die Unterstützung von strukturellen Änderungen in Hochschulen und Forschungseinrichtungen und in Forschungsinhalten und –design vorangetrieben werden.
  • Einbindung der Gesellschaft: Die Gesellschaft soll in Wissenschafts- und Innovationsthemen, -aktivitäten und -strategien eingebunden werden, damit die Interessen und Werte von Bürgern und Bürgerinnen berücksichtigt werden können. Dies trägt zur Steigerung von Qualität, Relevanz, sozialer Akzeptanz und Nachhaltigkeit von Forschung und Innovation in unterschiedlichen Bereichen (von sozialer Innovation über Biotechnologie zu Nanotechnologie) bei.
  • Wissenschaftsbildung: Bürgerinnen und Bürger sollen durch formale und informelle Wissenschaftsbildung ermutigt werden, sich in Forschung und Innovation zu engagieren. Ein weiteres Ziel ist die stärkere Verbreitung von wissenschaftsbasierten Aktivitäten über Wissenschaftszentren oder andere angemessene Kanäle.
  • Zugang und Nutzung von Forschungsergebnissen, Open Access: Der Zugang zu und die Nutzung von Ergebnissen öffentlich geförderter Forschung soll ausgebaut werden.
  • Governance für verantwortungsvolle Forschung und Innovation sowie Ethik: Dieser Teilbereich hat die Erarbeitung einer Strategie für den Ausbau verantwortungsvoller Forschung und Innovation zum Ziel sowie die Förderung eines ethischen Rahmens für Forschung und Innovation.
  • Folgenabschätzung: Angemessene und verhältnismäßige Vorkehrungen in Forschungs- und Innovationsaktivitäten sollen getroffen werden, damit potentielle Auswirkungen auf Umwelt, Gesundheit und Sicherheit vorweggenommen und eingeschätzt werden können. 
  • Wissenschaftskommunikation: Durch bessere Kenntnisse in diesem Bereich können Qualität und Effizienz der Interaktion zwischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, den allgemeinen Medien und der Öffentlichkeit verbessert werden.

Das Einzelziel "Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft" unterstützt mit seinen Projekten die Umsetzung des Europäischen Forschungsraums (EFR). Mit dem EFR schaffen die EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission einen gemeinsamen Raum für Forschung und Innovation mit harmonisierten Rahmenbedingungen. Das vereinfacht die Zusammenarbeit in der Wissenschaft und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Zur weiteren Ausgestaltung des EFR hat die Europäische Kommission im Jahr 2012 folgende Prioritäten vorgeschlagen:

  • Effektivere nationale Forschungssysteme;
  • Optimale länderübergreifende Zusammenarbeit und entsprechender Wettbewerb;
  • Ein offener Arbeitsmarkt für Forscherinnen und Forscher;
  • Gleichstellung der Geschlechter und Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts in der Forschung:
  • Optimaler Austausch von, Zugang zu und Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen, auch über den digitalen EFR.

Insbesondere Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit, zur Attraktivitätssteigerung von Wissenschaftskarrieren und zur verbesserten Zugänglichkeit und Nutzung von Forschungsergebnissen tragen im Programmteil "Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft"  zur Verwirklichung des EFR maßgeblich bei.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Nationalen Kontaktstelle Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft.