Der Antrag: Aufbau und Inhalte

Anträge für Horizont 2020 sind klar strukturiert. Antragstellende werden Schritt für Schritt durch den Prozess der Antragserstellung geführt. Vorgaben müssen eingehalten und alle geforderten Beschreibungen müssen bearbeitet werden. Wenn alle formalen und thematischen Anforderungen sorgfältig umgesetzt werden, ist schon einmal eine gute Basis für einen erfolgreichen Antrag vorhanden.

Der Aufbau des Antrags kann sich abhängig vom Maßnahmentyp und vom Teilbereich unterscheiden. Die folgende Darstellung entspricht dem allgemeinen Aufbau eines Vollantrags der häufigsten Maßnahmentypen "Research and Innovation Actions" und "Innovation Actions".

Online-Formulare und Text-Vorlage

Jeder Projektantrag in Horizont 2020 setzt sich aus Onlineformularen und einer zweiteiligen, herunterladbaren Vorlage für den eigentlichen Antrag, die später als PDF-Dokument eingereicht wird, zusammen:

Antragsteil Online-Formulare

Mit dem ersten Teil des Antrags werden der Europäischen Kommission zunächst einige grundlegende Informationen zum Projekt, dem Konsortium und dem Budget übermittelt.

  • General Information: Im Abschnitt 1 werden die Eckdaten des beantragten Projektes dargestellt: Titel, Akronym, Dauer und "Keywords" (diese sollten so präzise wie möglich definiert werden, da auf dieser Basis die Gutachter/innen für die Bewertung dieses Antrags ausgewählt werden). Zudem enthält dieses Formular mit dem "Abstract" eine inhaltliche Zusammenfassung der Projektinhalte. Der Abstract wird mitunter als allererstes von den Gutachter/innen gelesen, deshalb sollte er als Visitenkarte des Projekts sorgfältig bedacht sein. Für den Abstract wird ein Limit an 2.000 Zeichen vorgegeben, an dass sich die Antragstellenden halten müssen.
  • Administrative data of participating organisations: In Abschnitt 2 macht jede Partnereinrichtung (inkl. der Projektkoordination) administrative Angaben, wie die Kontaktdaten der Einrichtung, der Abteilung oder den PIC (Participant Identification Code).
  • Budget for the proposal: Im Abschnitt 3 werden in tabellarischer Form Budgetinformationen bereitgestellt. Hierbei wird zwischen indirekten Kosten, Personalkosten, weiteren direkten Kosten oder Unteraufträgen unterschieden. Des Weiteren wird das Gesamtbudget und der beantragte EU-Beitrag ausgewiesen.
  • Ethics issues table: In Abschnitt 4 werden mögliche ethische Aspekte des Projektvorhabens anhand von vorgegebenen Punkten, wie Schutz von privaten Daten, abgefragt.

Das Herzstück des Antrags

Bei dem zweiten Teil des Antrags handelt es sich um das eigentliche Herzstück. Im Einreichungssystem wird hierfür eine zweiteilige Vorlage bereitgestellt (Kapitel eins bis drei und Kapitel vier bis fünf). Hier werden nicht nur die Ziele, Wirkung und alle Details der geplanten Projektarbeit erläutert, sondern auch das Konsortium, die Aufgabenverteilung sowie das Management des Projektes dargestellt. Ergänzt werden die zu erstellenden Textelemente durch vorgegebene Tabellen, die ausgefüllt werden müssen. Vorgaben wie Seitenzahlen, Schriftgröße oder Seitenränder sind einzuhalten. Die Seitenbegrenzung bezieht sich auf den ersten Teil. Wird dieser Teil zur Antragseinreichung als PDF hochgeladen und die Seitenzahl wird überschritten, erfolgt eine automatische Warnung.

Nach einem Deckblatt, das die Eckdaten des Antrags enthält, gliedert sich der Textkörper mit den Erläuterungen zum Projekt in fünf Abschnitte, wobei die ersten drei - Exzellenz, Wirkung sowie Qualität und Effizienz der Durchführung - den Begutachtungskriterien entsprechen. Beim Verfassen des Textes sollten daher diese Kriterien genau im Blick gehalten und vollständig abgearbeitet werden. Alle drei Kapitel sollten mit gleicher Sorgfalt und Stringenz erstellt werden.

  1. Excellence:
    Im ersten Kapitel werden die Angemessenheit der Projektziele, der Bezug zum Arbeitsprogramm, das dem vorhaben zugrundeliegende Konzept und der gewählte Ansatz dargestellt. Ebenfalls wird beschrieben, welchen Beitrag das Vorhaben zur Weiterentwicklung des State of the Art leisten soll und welches Innovationspotential das Projekt birgt.
  2. Impact:
    Antragstellende sind in diesem Teil des Antrags aufgefordert, den Beitrag des Vorhabens zu dem im Topic geforderten Impact zu beschreiben. Weitere zu bearbeitende Aspekte sind die Erhöhung der Innovationskapazitäten, die Integration neuen Wissens und soziale oder Umweltauswirkungen des Projekts.
    Da die Wirkung eines Projekts durch eine gut geplante Verwertungs- und Verbreitungsstrategie gesteigert wird, muss im Antrag hierzu ebenfalls Stellung bezogen werden. Weitere geplante Kommunikationsaktivitäten und der Umgang mit geistigem Eigentum ergänzen diesen Part.
  3. Implementation:
    Das Kapitel Implementation beginnt mit der Darstellung des Arbeitsplans. Dies beinhaltet auch die Beschreibung der einzelnen Arbeitspakete, die Auflistung von Lieferleistungen oder grafische Darstellungen des Arbeitsplans in Form von Gantt und Pert Charts. Die Zahl der Arbeitspakete muss den Zielen und Inhalten des Projekts angemessen sein. In der Regel wird ein Arbeitspaket für das Management des Projekts und eins für die Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse eingerichtet. Es folgt eine Erläuterung der Managementstrukturen des Projekts. Ein transnationales Projekt erfordert ein gutes Management, um die erfolgreiche Umsetzung zu sichern. Aus diesem Grund müssen die Organisationsstruktur und z. B. die Entscheidungsmechanismen überzeugend dargelegt werden. Dem schließt sich eine Beschreibung des Konsortiums im Ganzen an, wobei z. B. die Komplementarität der Beteiligten aufgezeigt werden soll. Der Antragsteil Implementation schließt mit der Beschreibung der Ressourcen ab und sollte im Einklang mit den Budgetangaben in den Onlineformularen stehen. Weitere vorgegebene Tabellen beziehen sich auf die Anzahl der geplanten Personenmonate und weitere direkte Kosten, für z. B. Reisen oder Ausrüstung.
  4. Members of the consortium:
    Bei dem vierten Kapitel des Projektantrags stehen die einzelnen Projektpartner/innen im Vordergrund. Es muss beschrieben werden, welche Erfahrungen und Leistungen die Teilnehmer/innen in Verbindung mit dem Projektvorhaben mitbringen und welche Beteiligung von Dritten vorgesehen ist.
  5. Ethics and Security:
    Der letzte Teil des Antrags bezieht sich zum einen auf die Angaben in der Tabelle zu ethischen Aspekten in den Onlineformularen. Alle Antragsstellende müssen ein sogenanntes "ethics self- assessment" ausfüllen. Werden ethisch sensible Aspekte im Projektvorhaben berührt, müssen diese zudem näher erläutert und die Rechtskonformität dargelegt werden. Zum anderen wird in Form von Ja/Nein-Fragen abgefragt, ob die geplanten Aktivitäten Fragen der Sicherheit berühren oder EU-Verschlusssachen betreffen. Mehr Informationen zu ethischen Aspekten während der Antragsphase finden Sie hier.